Aktivitäten

Leidenschaft für Kultur

Fast alle Kultureinrichtungen in Deutschland werden heute von einem Förderverein unterstützt. Hier übernehmen Bürgerinnen und Bürger gesellschaftliche Verantwortung, meistens ehrenamtlich und ohne staatliche Unterstützung. Kulturfördervereine geben Kulturinstitutionen somit einen finanziellen und ideellen Rückhalt. Sie leisten weit mehr, als es der breiten Öffentlichkeit bekannt ist.

Finanzielle Förderung

Das Kirchendach braucht ein paar neue Ziegel, die Oper einen Kinderchor, das Zechenmuseum einen Satz Grubenlampen. Derlei Projekte rufen meist den Förderverein der jeweiligen Kulturinstitution auf den Plan. Ohne diese Art der Förderung, die sich hauptsächlich um Spenden und Sponsoren im Dienst der Kultur kümmert, ginge es in der deutschen Kulturlandschaft wesentlich karger zu. Das Engagement der Kulturfördervereine erstreckt sich über unzählige Sparten, doch ihre Aufgaben sind immer ähnlich.

Hier einige Beispiele der finanziellen Förderung:

  • Theater-, Konzert-, Ballett- und Opernproduktionen
  • Erwerb kulturhistorisch bedeutender Objekte und Sammlungen
  • Aktivitäten zur kulturellen Bildung
  • Ausrüstungen für Künstler*innen
  • Publikationen
  • Forschungsprojekte
  • Preisvergaben
  • Förderung von Nachwuchskünstler*innen
  • Ergänzung und Erhalt von Bibliotheksbeständen
  • Restaurierung und Digitalisierung von  Nach lässen und Archivmaterialien
  • Erweiterungs- und Neubauten
  • Sanierung von historischen Gebäuden und Anlagen
  • Sicherung der Basisfinanzierung

 

Gesellschaftlicher Beitrag

Eine Besonderheit des kulturellen Engagements ist neben der finanziellen Tatkraft vieler Mitglieder seine integrative Dynamik. Denn die ideellen Förderziele bauen auf persönlichen und beruflichen Stärken ihrer Mitglieder auf. Durch die bunte Mischung von Kompetenzen entstehen Synergien, die sich positiv auf die geförderte Institution und die Gesellschaft auswirken.

„In einer zukunftsfähigen Zivilgesellschaft tragen Bürger*innen Mitverantwortung für „ihre“ Kultur. Durch ihren persönlichen Einsatz von Zeit und Geld spenden sie wichtige Impulse für den Erhalt und die Fortentwicklung kultureller Werte. Als Multiplikatoren wirken sie einer zunehmenden Entsolidarisierung und Individualisierung entgegen und gestalten den sozialen Wandel.“

Katrin Lorbeer, MUTHEA Bundesvereinigung deutscher Musik- und Theater-Fördergesellschaften e. V.

 

Organisation und Kommunikation

Die Organisation des Vereinsgeschäfts, die Ausrichtung von Veranstaltungen und viel Ausdauer bei der Mitgliederwerbung gehören zu den täglichen Herausforderungen aktiver Vereinsmitglieder. Durch ihr Engagement gewinnen sie nicht nur Publikum für „ihre“ Kulturinstitution, sondern mobilisieren auch neue Mitglieder.

„Gerade Museen bieten durch ihr breites Aufgabenspektrum vielfältige und spannende Betätigungsfelder für freiwillige Mitarbeit, in denen Ehrenamtliche ihre ganz individuellen Kompetenzen einbringen können: von Vorstandstätigkeiten über die inhaltliche Mitarbeit an musealen Projekten bis zu Aufgaben im Museumsshop. Fördervereinsmitglieder sind gegenüber der Kulturpolitik oder bei der Gewinnung neuer Besuchergruppen Multiplikatoren für ihre Museen.“

Dr. Matthias Dreyer und Prof. Dr. Rolf Wiese, Arbeitskreis Museumsmanagement