Daten & Fakten

Eine Auswahl der in unserem Policy Paper und unserem Info-Papier „Lokale Trends“ veröffentlichten Informationen.

Über 16.800 Kulturfördervereine bundesweit!

In Deutschland engagieren sich Menschen in über 16.800 Fördervereinen für Kultur. Weit mehr als drei Viertel der Vereine wurde seit den 1990er Jahren gegründet (84 %). Dieser Trend setzt sich weiter fort.
Die meisten Kulturfördervereine gibt es in Nordrhein-Westfalen (3.301). Bezogen auf die Einwohner ist ihre Zahl im Saarland am höchsten.*

Mitgestaltung des sozialen Wandels – Kultur integriert

Immer häufiger übernehmen Bürgerinnen und Bürger gesellschaftliche Verantwortung. Entsprechend verstehen sich vor allem junge Organisationen wie Kulturfördervereine als gesellschaftliche Akteure. Sie sind Ausdruck einer pluralistischen Gesellschaft, die eine Kultur des Miteinanders schafft.

Die meisten Kulturfördervereine geben sich dabei selbstbestimmt und eigenverantwortlich: Das, was sie tun, wollen sie – auch in finanzieller Hinsicht – nicht dem Staate überlassen.**

Aktiv in allen Sparten …

Kulturfördervereine unterstützen alle Sparten der Kultur. Sparten-Spitzenreiter ist mit mehr als 6.000 Vereinen der Bereich Musik, Tanz und Theater, zu dem u. a. Fördervereine von Chören, Musikschulen, Orchestern, Theatern und Opernhäusern zählen. An zweiter Stelle steht der Bereich Baukultur und Denkmalschutz mit 3.146 Vereinen. Fast jeder 10. Kulturförderverein unterstützt ein Museum.*

… in den Städten und auf dem Land

Fast jeder 2. Kulturförderverein (45 %) ist in einer Großstadt ansässig. Jeder vierte Kulturförderverein hat heutzutage seinen Sitz auf dem Land (27 %). Das liegt vor allem daran, dass die Gründungen in den eher ländlich geprägten ostdeutschen Bundesländern nach der Wiedervereinigung enorm zugenommen haben – allein von 1990 bis 2009 um 74 %.

In den Städten sind die Sparten Bildende Kunst und Design (81 %) sowie Film, Fotografie und Medien (87 %) überdurchschnittlich stark vertreten. Auch rund jeder zweite Förderverein im Bereich Musik, Tanz und Theater ist in einer Großstadt ansässig. Demgegenüber finden sich in ländlichen Regionen vor allem Fördervereine für die Bereiche Baukultur und Denkmalschutz (42 %) und Kulturgeschichte (33 %).*

Finanzielle Förderung – Unverzichtbar für die kulturelle Vielfalt

Kulturfördervereine investieren in alle Sparten der Kultur. Ob mit geringen oder großen finanziellen Mitteln ausgestattet – sie alle tragen zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei.

Immerhin 6 % geben jährlich mehr als 100.00 Euro aus, von denen etwa die Hälfte in Form von Zuwendungen in die Kulturförderung fließt.**

Bürgerschaftliches Engagement – Die tragende Säule der Vereine

In den meisten Kulturfördervereinen (86 %) arbeiten ausschließlich ehrenamtlich Aktive. Ohne sie gäbe es den Großteil der Kulturfördervereine nicht. Nur in 14 % der Vereine gibt es festangestellte Mitarbeiter. 

Durchschnittlich sind pro Verein maximal 20 freiwillig Engagierte mit dauerhaften Aufgaben betraut. Daneben gibt es eine Vielzahl an Engagierten, die die Organisation mit zeitlich befristeten Aktivitäten unterstützen.**

Mobilisierung von Engagement – Mehr Anerkennung erwünscht

Eine der großen Herausforderungen ist die Mobilisierung ehrenamtlichen Engagements. Nur wenige Kulturfördervereine (16 %) haben keine Schwierigkeiten, Engagierte für langfristig zu besetzende Positionen zu gewinnen, wobei es für große Vereine generell leichter ist als für kleine.**

Weiterentwicklung der operativen Arbeit – Hilfe notwendig

Insbesondere bei der Bewältigung bürokratischer Herausforderungen, bei der Beantragung und Verwaltung von Fördermitteln und beim Fundraising wünschen sich Kulturfördervereine Unterstützung.

Zur Optimierung der internen Arbeitsprozesse setzen viele von ihnen digitale Werkzeuge ein. 95 Prozent nutzen Websites, 76 Prozent Newsletter, während Twitter und Youtube von nur 12 Prozent verwendet wird. Um diese Informationskanäle ausreichend zu bedienen, fehlen jedoch oft noch ausreichende Kenntnisse.**

Finanzielle Basis – Mitgliedsbeiträge und Spenden

Die meisten Kulturfördervereine (62 %) nehmen jährlich maximal 10.000 Euro ein. Der überwiegende Teil des Geldes (61 %) stammt aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Ergänzt werden diese Mittel durch Einnahmen aus eigenen Aktivitäten (19 %) wie beispielsweise Veranstaltungen.

Nur knapp ein Viertel der Kulturfördervereine erhält öffentliche Mittel, wobei es dabei meist um kleinere Förderungen handelt, die im Durchschnitt 5 Prozent der meist ohnehin niedrigen Gesamteinnahmen ausmachen.**

Mitgliedergewinnung und -bindung – Investition in die Zukunft

Stabile Mitgliederzahlen sind die wichtigste Grundlage für die Zukunft der Kulturfördervereine. Mit maximal 100 Mitgliedern sind die meisten kleine Vereine (67 %). Während immerhin 36 % ihre Mitgliederzahlen seit 2012 erhöhen konnten, ist die Mitgliederentwicklung vor allem in kleinen Gemeinden und kleineren Städten rückläufig. Für viele Vereine ist das Thema Mitgliedergewinnung und -bindung daher ganz zentral.**

Daten-Basis

* Die hier aufgeführten Daten und Fakten wurden vom DAKU in Zusammenarbeit mit ZiviZ im Stifterverband auf Grundlage der amtlichen Statistik im Gemeinsamen Registerportal der Länder erhoben und im Info-Papier „Lokale Trends“ (2020) des DAKU sowie in einer Aktualisierung des Policy Papers „Kulturfördervereine in Deutschland“ veröffentlicht. Aus 608.585 hier gelisteten Vereinen (Stand Dez. 2019) wurden anhand ihrer Vereinsnamen Kulturfördervereine herausgefiltert und der jeweiligen Kultursparte zugeordnet. Im Ergebnis liegt eine Liste mit 16.848 Kulturfördervereinen mit Namen und Angaben über Sitz und Gründungsjahr vor.

Info-Papier LOKALE TRENDS

Download hier

** Die hier aufgeführten Daten und Fakten wurden vom DAKU in Zusammenarbeit mit ZiviZ im Stifterverband auf der Grundlage des ZiviZ-Surveys 2017 erhoben und im Policy Paper „Kulturfördervereine in Deutschland. Status und Handlungsbedarfe“ des DAKU ausgewertet.

Policy Paper Kulturförderverein ein Deutschland

Download hier