Daten & Fakten

Über 10.000 Kulturfördervereine bundesweit

In Deutschland engagieren sich Menschen in über 10.000 Fördervereinen für Kultur. Mehr als zwei Drittel der Vereine wurde seit den 1990er Jahren gegründet. Dieser Gründungstrend setzt sich weiter fort.

Die meisten Kulturfördervereine finden sich in Nordrhein-Westfalen. Bezogen auf die Einwohner ist ihre Zahl in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz am höchsten. Jeder dritte Kulturfördervereine (31 %) befindet sich in einer Großstadt.

Verteilung der Kulturfoerdervereine auf die Bundesländer, Copyright: DAKU/ZiviZ Verteilung der Kulturfoerdervereine auf die Bundesländer, Copyright: DAKU/ZiviZ

Finanzielle Förderung – Unverzichtbar für die kulturelle Vielfalt

Kulturfördervereine investieren in alle Sparten der Kultur. Ob mit geringen oder großen finanziellen Mitteln ausgestattet – sie alle tragen zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei.

Immerhin 6 Prozent geben jährlich mehr als 100.00 Euro aus, von denen etwa die Hälfte in Form von Zuwendungen in die Kulturförderung fließt.

Höhe der Ausgaben und Ausgabenart Höhe der Ausgaben und Ausgabenart

Bürgerschaftliches Engagement – Die tragende Säule der Vereine

In den meisten Kulturfördervereinen (86 %) arbeiten ausschließlich ehrenamtlich Aktive. Ohne sie gäbe es den Großteil der Kulturfördervereine nicht. Nur in 14 % der Vereine gibt es festangestellte Mitarbeiter. 

Durchschnittlich sind pro Verein maximal 20 freiwillig Engagierte mit dauerhaften Aufgaben betraut. Daneben gibt es eine Vielzahl an Engagierten, die die Organisation mit zeitlich befristeten Aktivitäten unterstützen.

Mix Ehrenamtliche und Engagierte, Copyright: DAKU/ZiviZ Mix Ehrenamtliche und Engagierte, Copyright: DAKU/ZiviZ

Mobilisierung von Engagement – Mehr Anerkennung erwünscht

Eine der großen Herausforderungen ist die Mobilisierung ehrenamtlichen Engagements. Die wenigsten Kulturfördervereine (16 %) finden es leicht, Engagierte für langfristig zu besetzende Positionen zu gewinnen, wobei es für große Vereine generell leichter ist als für kleine.

Weiterentwicklung der operativen Arbeit – Hilfe notwendig

Insbesondere bei der Bewältigung bürokratischer Herausforderungen, bei der Beantragung und Verwaltung von Fördermitteln und beim Fundraising wünschen sich Kulturfördervereine Unterstützung.

Zur Optimierung der internen Arbeitsprozesse setzen viele von ihnen digitale Werkzeuge ein. 95 Prozent nutzen Websites, 76 Prozent Newsletter, während Twitter und Youtube von nur 12 Prozent verwendet wird. Um diese Informationskanäle ausreichend zu bedienen, fehlen jedoch oft noch ausreichende Kenntnisse.

Wünsche an Politik und Verwaltung Wünsche an Politik und Verwaltung

Finanzielle Basis – Mitgliedsbeiträge und Spenden

Die meisten Kulturfördervereine (62 %) nehmen jährlich maximal 10.000 Euro ein. Der überwiegende Teil des Geldes (61 %) stammt aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Ergänzt werden diese Mittel durch Einnahmen aus eigenen Aktivitäten (19 %) wie besipielsweise Veranstaltungen.

Nur knapp ein Viertel der Vereine erhält öffentliche Mittel, wobei es dabei meist um kleinere Förderungen handelt , die im Durchschnitt 5 Prozent der meist ohenhin niedrigen Gesamteinnahmen ausmachen.

Mitgliedergewinnung und -bindung – Investition in die Zukunft

Stabile Mitgliederzahlen sind die wichtigste Grundlage für die Zukunft der Kulturfördervereine. Mit maximal 100 Mitgliedern sind die meisten (67 %) kleine Vereine. Während immerhin 36 Prozent ihre Mitgliederzahlen seit 2012 erhöhen konnten, ist die Mitgliederentwicklung vor allem in kleinen Gemeinden und kleineren Städten rückläufig.

Mitgestaltung des sozialen Wandels – Kultur integriert

Immer häufiger übernehmen Bürgerinnen und Bürger gesellschaftliche Verantwortung. Entsprechend verstehen sich vor allem junge Organisationen wie Kulturfördervereine als gesellschaftliche Akteure. Sie sind Ausdruck einer pluralistischen Gesellschaft, die eine Kultur des Miteinanders schafft.

Die meisten Kulturfördervereine geben sich dabei selbstbestimmt und eigenverantwortlich: Das, was sie tun, wollen sie – auch in finanzieller Hinsicht – nicht dem Staate überlassen.

Einschätzung der eigenen Rolle gegenüber dem Staat Einschätzung der eigenen Rolle gegenüber dem Staat

Daten-Basis

Die hier aufgeführten Daten und Fakten wurden vom DAKU in Zusammenarbeit mit ZiviZ (Zivilgesellschaft in Zahlen) im Stifterverband auf der Grundlage des ZiviZ-Surveys 2017 erhoben und im 1. Policy Paper des DAKU ausgewertet.

Policy Paper