Jeder 4. Kulturförderverein hat
seinen Sitz im ländlichen Raum

LOKALE TRENDS im Engagement der Kulturfördervereine werden erstmals in einem von DAKU und ZiviZ im Stifterverband gemeinsam entwickelte Papier vorgestellt, das im April veröffentlicht wurde.

Um ihre Bibliothek im Ort zu erhalten, das Theater in ihrer Stadt zu unterstützen oder das Museum in ihrem Dorf zu restaurieren, engagieren sich Bürgerinnen und Bürger bundesweit mit Zeit und Geld, bringen Erfahrungen und Kompetenzen ein und fördern damit viele kulturelle Einrichtungen – finanziell und ideell. Das passiert heute mehr denn je, denn Kulturfördervereine boomen! 84 Prozent von ihnen wurden nach 1990 gegründet.

In den ostdeutschen Bundesländern etablierten sich allein in den ersten 20 Jahren nach der Wiedervereinigung 74 % der heute hier ansässigen Vereine. Durch diese Zunahme in eher ländlich geprägten Ländern hat inzwischen bundesweit gut jeder vierte Kulturförderverein seinen Sitz im ländlichen Raum (27 %). Wie wesentlich dieses bürgerschaftliche Engagement für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist, zeigt sich in Krisenzeiten wie den gegenwärtigen besonders deutlich.

Sparten-Spitzenreiter ist mit mehr als 6.000 Vereinen der Bereich Musik, Tanz und Theater. Dazu gehören u. a. Fördervereine von Chören, Musikschulen, Orchestern, Theatern und Opernhäusern, deren Anteil in Baden-Württemberg (52 %) und in Bayern (39 %) besonders hoch ist. Fördervereine im Bereich Baukultur finden sich vermehrt im ländlichen Raum. In Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg machen sie sogar rund 40 % aus. Fördervereine für Bildende Kunst und Design hingegen sind eher ein städtisches Phänomen und daher in Berlin (18 %) und Hamburg (14 %) überdurchschnittlich stark vertreten.